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Vom Salzkammergut ins Space Shuttle

7. - 20. Feb. 2008

Artemia parthenogenetica aus der
Sammlung von Hannes Mayer

Bei der vergangenen Woche zu Ende gegangenen Weltraummission der Raumfähre Atlantis war ein Salzburger Experiment an Bord. Ein Ischler Salzbakterium müsste man sein. Dann kommt man auch ohne Auswahl und langwierige Ausbildung – eventuell – in den Weltraum.

Als das Space Shuttle Atlantis am vergangenen Mittwoch nach einer 8,5 Millionen Kilometer langen Reise auf der Erde landete, hatte es nicht nur das europäische Modul „Columbus“ zur ISS gebracht, sondern auch ein Experiment der Universität Salzburg.

Sechs Monate lang werden so genannte Halobakterien aus Bad Ischl an der Außenwand der Internationalen Raumstation den tödlichen Bedingungen des Weltraums ausgesetzt sein. Allerdings haben die Kleinstlebewesen schon etwas Lebenserfahrung hinter sich: Sie könnten bis zu 250 Millionen Jahre alt sein. Die Mikrobiologin Helga Stan-Lotter, die an der Uni Salzburg forscht, hat die Bakterien in Salzlagern des Salkammerguts sowie in Berchtesgaden entdeckt.

Die riesigen Salzlagerstätten, die viel später durch das „weiße Gold“ den Reichtum Salzburgs begründen sollten, entstanden aus vorzeitlichen Ozeanen. Die darin entdeckten Bakterien sind extremophile Lebewesen, also Organismen, die unter extremen Bedingungen überleben können. „Extrem“ bedeutet in diesem Sinn heiß, kalt, sauer, salzig oder verstrahlt.

Die Forschung mit solchen „Überlebenskünstlern“ ist unter anderem für die Suche nach Leben im Weltraum von großem Interesse. Durch ein besseres Verständnis der Lebens- und Überlebensmechanismen kann auch die Suche nach außerirdischem Leben besser justiert werden.

Die Proben, die nun zur ISS gebracht worden sind, werden also Kälte und Strahlung des Weltraums ausgesetzt werden. Die Astrobiologie-Forscher der Uni Salzburg möchten wissen, ob und wie sich die Erbsubstanz verändert bzw. ein Überleben solcher Bakterien auf einer Trägersubstanz im Weltraum (und damit interplanetare Reisen solcher Kleinstlebewesen) möglich ist.

Spezialisten für „Lebewesen im Salz“ gibt es übrigens sogar im ÖWF: ÖWF-Mitglied Hannes Mayer beschäftigt sich seit vielen Jahren mit Artemia, einer Gattung von Krebstieren, die in Salzgewässern leben und deren Eier durch das Austrocknen
solcher Gewässer erst die Entwicklung vollenden und so in einer Form von Winterschlaf lange Trockenperioden überdauern können. Ebenso ist ein Salzgehalt nahe der Sättigung, die für andere Lebewesen außer Algen längst tödlich ist, kein Problem für erwachsene Tiere. Ein biologisches Nutzlastexperiment mit einer anderen Art von "Urzeitkrebsen" (Triops cancriformis) flog auch auf dem Polares-Ballon „Passepartout“ im Oktober 2007.

Wer also demnächst sein Frühstücksei kräftig salzt, der kann daran denken, welche interessanten Perspektiven vom Salz ausgehen. Es würzt sogar Weltraumforschung!

Veranstaltungstipps

  • 27. Mai 2013: "Mission zum Mars" mit Dr. Gernot Grömer

    Die Johannes Kepler Universität lädt zur Montagsvorlesung über MARS2013 ein.

    Wann: 27. Mai 2013, 19:00
    Wo: Raiffeisensaal (HS1), Altenberger Str. 69, 4020 Linz

    Anmeldung erforderlich

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  • 28.-29. Juni 2013: Airpower 2013

    Alle zwei Jahre findet in Zeltweg (Steiermark) die Airpower statt, wo die besten Piloten,  spektakuläre Flugstaffeln und faszinierende Fluggeräte für die Öffentlichkeit zugänglich sind. Auch das Österreichische Weltraum Forum wird 2013 mit einem Stand bei der Airpower vertreten sein.

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  • 04-10. Okt 2013: World Space Week

    This years motto of the World Space Week is:
    Exploring Mars. Discovering Earth.

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Book tip

Space 2013: Das aktuelle Raumfahrtjahr mit Chronik 2012
inkl. ÖWF Dachstein Mars Simulation

Hintergrundbilder (c) OEWF