Tag 3: Actionreiche Simulation quer durch Innsbruck
24. Mai 2010
Um 8 Uhr früh ist die gesamte PolAres / ÖWF Mannschaft wieder versammelt um den Pfingstmontag mit dem morgendlichen Briefing zu beginnen. Daniel Schildhammer, der heute als Anzugtester fingiert, freut sich schon auf die bevorstehenden Aufgaben: „Heute wird ein spannender, aber sicher auch anstrengender Tag. Neben feinmotorischen Arbeiten darf ich mit dem Anzug Quad-Bike fahren. Ich bin schon gespannt, wie sich das Quad mit dem Anzug steuern lässt.“
Doch bevor Daniel Schildhammer losstarten kann, warten noch andere Aufgaben auf ihn – und natürlich muss er sich erst mal seinen Analog-Raumanzug werfen. Insgesamt drei Helfer stehen bereit, um ihn in den Anzug zu zwängen. Viele kleine Schritte, wie z.B. die Exo-Skelett Expander in die richtigen Haken zu hängen oder die Batterien anzustecken, damit die Stromversorgung sicher gestellt ist, müssen in der richtigen Reihenfolge durchgeführt werden. OPS (Operations) und MCC (Mission Control Center) überwachen diese Prozedur via Audio- und Videoverbindung. Nach knapp zwei Stunden ist der Raumanzugsimulator angezogen und die erste Aufgabe ist gleich eine Herausforderung. Dignity (Analog-Marsrover), gesteuert durch Sebastian Sams von Operations, ist Teil des Experiments. Der Analog-Astronaut soll den Roboterarm abmontieren um ihn dann auf „Phileas“ (PolAres Analog-Marsrover) anzubringen. „Wir haben diese Aufgabe gewählt, um zu sehen ob man in den klobigen Handschuhen auch feinmotorische Arbeiten durchführen kann. Außerdem muss man im Anzug mehr Druck ausüben, um Finger überhaupt bewegen zu können. Am Mars würde ein leichter Überdruck im Anzug herrschen, was wir mit den Verspannungen am Exo-Skelett simulieren“, erläutert Testleiterin Daniela Scheer. Das Runterschrauben des Greifarms kann vom Anzugtester erstaunlich gut durchgeführt werden, lediglich beim Raufschrauben auf den zweiten Rover braucht er Hilfe.Nun steht endlich das Quad-Bike fahren am Programm. Das ganze Team ist gespannt, ob sich das Quad im Anzug steuern lässt. Vorsichtig fährt Daniel Schildhammer die ersten Runden und hat keine Probleme das Quad sicher zu bedienen. Ein Lächeln ist durch das Visier auf seinem Gesicht zu erkennen. „Am Mars können Astronauten mit einem Quad Bike ähnlichen Gerät größere Distanzen zurücklegen als zu Fuß“, unterstreicht OPS Leiter Willibald Stumptner die Wichtigkeit dieses Experiments – „Wir lassen den Anzugtester quer durch die Stadt fahren und simulieren dadurch eine realistische Wegstrecke am Mars“. Mit zwei Begleitfahrzeugen – OPS wird als mobile Einheit in ein Fahrzeug verlagert – geht es quer durch Innsbruck, hinauf auf die Hungerburg. Dort werden vor der futuristischen Fassade der Bergstation noch ein paar Fotos geschossen und damit die vielen Leute dort unterhalten. Unser Anzug ist heute die Attraktion für Touristen und Einheimische.
Zurück am Testgelände gibt es für das ganze Team noch eine Überraschung. Ein Segway steht bereit für den vorletzten Test des Tages. Daniel Schildhammer steigt auf das Gerät und fährt ohne zu zögern los. Gesteuert wird der Segway nur durch Verlagerung des Körpergewichts und das ist auch im Raumanzugsimulator problemlos möglich.
Der Härtetest folgt am Schluss. Im Anzug muss bei sommerlichen Temperaturen noch eine Stunde lang gegangen werden. Dieser Belastungstest bringt schließlich sowohl den Anzugtester als auch den Anzug an seine Grenzen.
„Wir hatten drei erfolgreiche Tage, davon zwei Simulationstage. Am letzten Tag hat man schon richtig gemerkt, wie das Team sich eingespielt hat und Prozeduren korrekt einhält. Auch die beiden Anzugtester Ulrich Luger und Daniel Schildhammer waren extrem diszipliniert und haben vor allem großes Durchhaltevermögen bewiesen. Der nächste Schritt ist es nun, die vorhandenen Prozeduren noch zu optimieren und einige technische Feinheiten umzusetzen, um im Juli dann die Gletschertests durchführen zu können“ resümiert Projektleiter Gernot Grömer die erfolgreichen Testtage.
Veranstaltungen
Das Österreichische Weltraum Forum lädt zur 7. ordentlichen Generalversammlung am
18. Februar 2012, 17:00 im Suitlab des Österreichischen Weltraum Forums, Technikerstr. 21a, 6020 Innsbruck (ICT Gebäude) Generalversammlung am
ein. Dieses Jahr wird diese Sitzung aufgrund der Projektarbeiten von PolAres im kleinen Rahmen abgehalten, d.h. wir möchten ausdrücklich auf die Möglichkeit einer Teilnahme via Skype bzw auf die Möglichkeit von Stimmvertretungen (in Form einer schriftlichen Stimmübertragung an ein anwesendes stimmberechtigtes Mitglied) hinweisen. Generalversammlung am
Tagesordnung:
- Eröffnung durch den Obmann und Feststellung der Beschlussfähigkeit
- Entgegennahme und Genehmigung des Rechenschaftsberichtes und des Rechnungsabschlusses
- Entlastung des Vorstandes und Neuwahl des Vorstandes sowie der Rechnungsprüfer
- Allfälliges
Integrationsworkshop zur Vorbereitung des Dachstein Feldtestes im Suitlab Laboratory Innsbruck
Der Weltraum ist zu unserem Zukunftsraum geworden. Weltraumtechnologien ermöglichen neue Lösungen für gesellschaftliche Herausforderungen unserer Zeit: von der nachhaltigen Landnutzung bis zur intelligenten Verkehrslenkung. Mit dem Satellitennavigationssystem Galileo startet Europa einen neuen Innovationszyklus mit einer Vielzahl potenzieller Anwendungen, die unseren Alltag verändern werden. Österreich partizipiert an diesen Entwicklungen und treibt sie selbst voran, etwa durch seine ersten beiden Satelliten, die demnächst in die Umlaufbahn geschickt werden.
WANN: 22. Februar 2012 18 Uhr
WO: Ovalhalle im MuseumsQuartier, Museumsplatz 1/5, 1070 Wien
Gernot Grömer im Planetaium Stuttgart - Multimediavortrag mit Gernot Grömer rund um die Forschungsaktivitäten des ÖWF.
Wann: 15. März 2012
Wo: Planetarium Stuttgart
Von 15 bis 17 Uhr heißt es für Kinder wieder, das Weltall mit selbst gebauten Raketen zu erkunden.
Wie jedes Jahr feiern wir am 12. April den Erstflug von Yuri Gagarin. 2012 wird die Yuris Night im Naturhistorischen Museum in Wien stattfinden. Auch der Polarsternpreis 2012 wird im Rahmen der Veranstaltung verliehen.
Wann: 12. April 2012, 18 Uhr
Wo: Naturhistorisches Museum Wien
Die Europäische Weltraumorganisation ESA sucht und finanziert TeilnehmerInnen für das European Space Camp 2012.
Das European Space Camp auf der nordnorwegischen Raketenbasis Andoya lädt Jugendliche im Alter zwischen 17 und 20 Jahren vom 24. Juni bis 2. Juli 2012 zur Teilnahme am Raketenstarten im Rahmen des European Space Camp 2012 ein.
Die Bewerbungsfrist läuft bis 1. April 2012.
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