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RÜCKFLUG – Reise zum Planeten Erde

30. Dezember 2009

Das Salzburger Publikum im Haus der Natur (Foto: M. Auer)

Ein ÖWF-Event der Superlative zu Weihnachten in Salzburg: 4 Shows, 600 Gäste, 1500 Anfragen und restlose Begeisterung.

Die Stadt Salzburg scheint ein gutes Pflaster für Veranstaltungen des ÖWF zu sein. Und sie wird ihrem Ruf immer wieder aufs Neue gerecht: Spacecity Salzburg, der Jugendwettbewerb vor fast zehn Jahren, legte mit 3500 Teilnehmern die Latte hoch. Es folgte „Sinkflug 1 – Landung am Roten Planeten“ im Dezember 2003. Was als feiner, kleiner Vortragsabend gedacht war, endete mit einem Ansturm von über 400 Personen. „Sinkflug 2 – Landung am Titan“ wurde dann am 14. Jänner 2005 zum Aushängebeispiel eines mit Emotionen beladenen Weltraumabends à la ÖWF. 650 Zuschauer drängten sich ins „republic“, um live die Landung der Raumsonde Huygens auf dem Saturn-Mond Titan mitzuerleben; minutenlanger Applaus zur mitternächtlichen Stunde inklusive. Die Salzburger „Marsnacht“ 2006 lockte rund 250 Gäste auf den Spuren von AustroMars nach Hallein. 2007 schließlich ließ die „Salzburger Sternennacht“ vor fast 300 Gästen fünfzig Jahre Raumfahrt revue passieren.

2008 und 2009 wurde es still in der Mozartstadt. Auch das treueste Publikum braucht manchmal eine Erholungspause.

Bis dann, eine knappe Woche vor Ende des Jahres 2009, das „Imperium ÖWF“ doch wieder zuschlug, im besten Sinn. Eine neue Show lag am Tisch von ÖWF-Mitglied Alexander Soucek. Der Zeitplan war wie immer knapp bemessen, so knapp, dass jedem anderen Hören und Sehen vergangen wäre – außer Gernot Grömer, als Obmann des ÖWF schon an Vieles gewöhnt. „Machen wir eine kleine, feine Show, ohne viel Trara? In einer Woche, am 30. Dezember?“, fragte Soucek. Ein gemütlicher Jahresausklang, dachte Grömer. „Gerne, ich bin dabei“.

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A. Soucek beschreibt der Urerde. (Foto: M. Auer)

Dann liefen die Dinge wie immer etwas schneller als geplant.

„Aus dem Ruder“, sollte man eigentlich sagen.

Am 25. Dezember, zu einem Zeitpunkt also, an dem man im Normalfall geruhsam den ersten Weihnachtsfeiertag verbringt, wurde für die ORF-Sendung „Salzburg Heute“ ein Feature im Haus der Natur gedreht. Noch am selben Abend sahen tausende Haushalte im ganzen Bundesland die Einladung auf eine Reise zum Blauen Planeten Erde. Nach den „Sinkflug“-Shows würde es diesmal also ein „Rückflug“ werden, ein Rückflug am Ende des so erfolgreichen Internationalen Jahres der Astronomie, ein „coming home“. Erdbeobachtung, das sperrige Wort, sollte zum Zugpferd der Begeisterung werden. Die Kronenzeitung legte am Sonntag, 27. Dezember, mit einem mitreißenden Artikel noch eins drauf.

Und dann kam Montag, der 28. Dezember, der Beginn des Kartenvorverkaufes im Salzburger „Haus der Natur“. Dieser Tag wird lange unvergesslich bleiben. Das „Haus der Natur“ öffnet um 9 Uhr. Um acht Uhr in der Früh, bei Regen und Winterdämmerung, bildete sich bereits eine Schlange von mehreren hundert Salzburgerinnen und Salzburgern, die ein Ticket ergattern wollten. So etwas hatte noch niemand erlebt. Schnell war klar: eine kleine, gemütliche Show würde das nicht mehr werden. 150 Plätze? Unmöglich. Um neun Uhr, um die Massen zu besänftigen, musste ein zweiter Termin eingeschoben werden. Zwanzig Minuten später entschieden sich Soucek, Grömer und Dr. Norbert Winding, Direktor des Hauses der Natur, eine dritte Show anzubieten. Auch hier waren die 150 Karten innerhalb von Minuten weg. Also eine vierte Show, am 31. Dezember. Es war noch nicht zehn Uhr, da war auch dieser Termin ausverkauft. In der Zwischenzeit liefen die Telefone heiß, hunderte Interessierte wollten sich Karten reservieren lassen. Zeitweilig waren bis zu sechs Leitungen im Haus der Natur geöffnet, und drei Mitarbeiter telefonierten im Akkord. Noch mehr Shows? Eine fünfte, sechste, siebte, achte? Wäre alles ausverkauft gewesen, noch an diesem Tag. Aber bei 600 verkauften Karten war es genug. Mehr als vier Shows, das hätte der Qualität geschadet. Man kann nicht am Fließband unterhalten.

Eineinhalbtausend Menschen wollten sich auf die Reise machen zu unserem Blauen Planeten.

So was schafft nur Salzburg.
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Die beiden Referenten der Rückflug-Show (Foto: M. Auer)

Der 29. Dezember war der Tag der Arbeit. Die Show wurde zusammengestellt, fein abgestimmt, geprobt, Musik wurde geschnitten, Effekte geübt, letzte Informationen besorgt. Und dann war es soweit. Am 30. Dezember um 16 Uhr öffnete das Raumschiff für die ersten 150 Reisenden die Luke. Einstieg ins Halbdunkel des Vortragssaales im Haus der Natur. Gemurmel. Start. Gänsehaut. Der blaue Planet Erde schwebt auf der Leinwand. Gernot Grömer und Alexander Soucek beginnen die Geschichte der Erde zu erzählen. Aufregend muss es sein, informativ, spannend, lustig. Mitreißend. Das ÖWF hat einen Ruf zu verteidigen. Und das gelingt.

18 Uhr: Schichtwechsel: Verschwitzt bedanken sich die Vortragenden bei Gruppe eins, großer Applaus, alle raus durch die linke Tür, vor der rechten Tür stehen die nächsten 150 Leute, hinein mit ihnen, Dunkelheit, Spannung, Gänsehaut, und wieder die ganze Reise von vorn. Applaus, Begeisterung, auf Wiedersehen, bitte ab durch die Türe links, 20 Uhr nun, von rechts drängen die nächsten 150 Leute herein, Willkommen, Halbdunkel, ein Glas Wasser für die Stimmbänder, Dunkel, Musik, Abheben. 22 Uhr: Danke. Vielen Dank. Applaus. Großartig.

Und am Silvestertag um 15 Uhr die vierte Reise. Nochmals in die Umlaufbahn, nochmals über den Pazifik, nochmals zum Mond und zurück. Nochmals Information und Emotion.

So was kann nur das ÖWF. Wer „opfert“ die Weihnachtsferien für so viel Stress? Wer entfesselt so viel, um so vielen vom Weltraum zu erzählen? Um so viele zu begeistern? Wer macht das alles ohne Honorar? Das ÖWF macht das alles. Sechshundert Kinder und Erwachsene sind an den letzten beiden Tagen des Jahres 2009 ins All geflogen und fasziniert wieder gelandet. „Man hätte das Jahr nicht besser abschließen können“, sagt eine Zuschauerin. „Ich war den ganzen Abend sprachlos und hab nicht schlafen können vor lauter Schönheit unserer Erde“, schreibt eine andere als Dank.

Na bitte, dann ist ja alles erreicht. „Rückflug 2009“: ein Highlight, das noch lange leuchten wird.

Veranstaltungen

14. April 2010: VHS Vortrag Innsbruck

VHS Innsbruck
Mars - der Rote Planet
Vortrag von Gernot Grömer
Beginn: 20:00 Uhr

15. Mai 2010: Raketen und Planeten

VHS & Junge Uni Innsbruck
09:00 - 12:00 Uhr
Universität Innsbruck, Technik