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Interview mit Wolfgang Baumjohann, IWF Graz

15. Sept. 2009

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(Int.): Herr Baumjohann, in welchen Bereichen ist das Institut für Weltraumforschung tätig?

(B.): Im Bereich der Weltraumplasmaphysik des erdnahen Weltraums, Erforschung von Monden, Kometen und Planeten des Sonnensystems und von Exoplaneten, sowie im Bereich der Satellitengeodäsie der Untersuchung des Erdschwerefelds.

(Int.): Wofür sind Sie in Ihrer Rolle als Geschäftsführender und Wissenschaftlicher Direktor zuständig?

(B.): Als geschäftsführender Direktor eigentlich für alles. Ich bin auch bei wissenschaftlicher Arbeit im Bereich der Weltraumplasmaphysik und der experimentellen Weltraumforschung dabei.

(Int.): Wie lange sind Sie schon am IWF und warum haben Sie sich für diese Stelle beworben?

(B.): Ich bin seit 2001 am IWF. Der Grund für meine Bewerbung war, dass das Institut damals wie heute einen sehr guten internationalen Ruf in seinem Bereich hatte und hat.

(Int.): Wo waren Sie vorher beschäftigt?

(B.): Vorher war ich am Max-Planck-Institut für extraterrestische Physik in Garching bei München tätig.

(Int.): An welchen aktuellen Projekten/ Weltraummissionen arbeitet das Forscherteam des Instituts?

(B.): Um nur einige davon zu nennen: Seit 2000 beschäftigen wir uns mit „Cluster“, einem Projekt zusammen mit der ESA, das sich mit der Erdmagnetosphäre befasst, bei dem wir sowohl am Bau als auch an der wissenschaftlichen Arbeit beteiligt sind. Heuer gestartet wurde das Projekt „GOCE“, ebenfalls in Zusammenarbeit mit der ESA, das sich mit dem Erdschwerefeld beschäftigt. Gebaut werden gerade die Instrumente für eine Vier-Satellitenmision der NASA und die europäisch- japanische BepiColombo-Mission zum Merkur.
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Raumsonde Venus Express

(Int.): Was war für Sie das interessanteste bzw. erfolgreichste Projekt, an dem das IWF seit Ihrer Anstellung teilgenommen hat?

(B.): Zwei unserer Projekte waren für mich besonders interessant: Zum einen die schon oben erwähnte Vier-Satellitenmission „Cluster“, zum anderen die 2005 gestartete „Venus Express“-Mission, wo derzeit ebenfalls die Datenauswertung stattfindet, bei der die Plasma-Umgebung der Venus untersucht wird.

(Int.): Interagieren die 3 Abteilungen des Instituts oder verfolgt jeder Zweig seine eigenen Forschungsprojekte?

(B.): Alle 3 Abteilungen sind miteinander vernetzt. Vor allem die Abteilung experimentelle Weltraumforschung und die Abteilung Physik des erdnahen Weltraums arbeiten eng zusammen. Mit dem Bereich Satellitengeodäsie gibt es zwar weniger Berührungspunkte, dennoch erfolgt eine gewisse Zusammenarbeit. Dies ist für das Institut sehr wichtig, denn so können Bereiche intensiver durchdrungen werden.

(Int.): Wie beurteilen Sie die Akzeptanz österreichischer Weltraumorganisationen bei internationaler Zusammenarbeit?

(B.): Durchaus sehr gut. Im wissenschaftlichen Bereich ist das IWF Graz führend, auch die Astronomie Innsbruck. Im industriellen Bereich kann man RUAG Aerospace nennen, das schon immer auf internationaler Ebene agierte, aber auch Siemens mit seinen Telekommunikationssystemen. Weitere wären Magna Steyr oder auch die Erderkundungsfirma Geoville. International bekannt ist auch die Agentur für Luft- und Raumfahrt, unter anderen aufgrund der Sommerschule Alpbach.

(Int.): Wie sehen Sie die Berufschancen im Bereich der Weltraumforschung?

(B.): Die stehen zur Zeit nicht schlecht. Bei der ESA und einigen großen Weltraumfirmen findet gerade eine Pensionierungswelle statt. Viele Angestellte sind zwischen 60-65 und werden in den nächsten Jahren ausscheiden. Dadurch dass diese Mitarbeiter durch neue ersetzt werden müssen, sehe ich die Chancen besser als vor 20 Jahren, zum Teil auch wegen den neuen Projekten im Bereich Erdbeobachtung und Ähnlichem.

Veranstaltungen

18. Feb. 2012: ÖWF Generalversammlung

Das Österreichische Weltraum Forum lädt zur 7. ordentlichen Generalversammlung am

18. Februar 2012, 17:00 im Suitlab des Österreichischen Weltraum Forums, Technikerstr. 21a, 6020 Innsbruck (ICT Gebäude) Generalversammlung am

ein. Dieses Jahr wird diese Sitzung aufgrund der Projektarbeiten von PolAres im kleinen Rahmen abgehalten, d.h. wir möchten ausdrücklich auf die Möglichkeit einer Teilnahme via Skype bzw auf die Möglichkeit von Stimmvertretungen (in Form einer schriftlichen Stimmübertragung an ein anwesendes stimmberechtigtes Mitglied) hinweisen. Generalversammlung am

Tagesordnung:

  1. Eröffnung durch den Obmann und Feststellung der Beschlussfähigkeit
  2. Entgegennahme und Genehmigung des Rechenschaftsberichtes und des Rechnungsabschlusses
  3. Entlastung des Vorstandes und Neuwahl des Vorstandes sowie der Rechnungsprüfer
  4. Allfälliges
17-19. Februar 2012 - Integrationsworkshop ÖWF Innsbruck

Integrationsworkshop zur Vorbereitung des Dachstein Feldtestes im Suitlab Laboratory Innsbruck

22. Feb. 2012: Zukunftsfragen der Erde - Lösungen aus dem All

Der Weltraum ist zu unserem Zukunftsraum geworden. Weltraumtechnologien ermöglichen neue Lösungen für gesellschaftliche Herausforderungen unserer Zeit: von der nachhaltigen Landnutzung bis zur intelligenten Verkehrslenkung. Mit dem Satellitennavigationssystem Galileo startet Europa einen neuen Innovationszyklus mit einer Vielzahl potenzieller Anwendungen, die unseren Alltag verändern werden. Österreich partizipiert an diesen Entwicklungen und treibt sie selbst voran, etwa durch seine ersten beiden Satelliten, die demnächst in die Umlaufbahn geschickt werden.

WANN: 22. Februar 2012 18 Uhr
WO: Ovalhalle im MuseumsQuartier, Museumsplatz 1/5, 1070 Wien

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15. März. 2012 - "Expedition Mars"

Gernot Grömer im Planetaium Stuttgart - Multimediavortrag mit Gernot Grömer rund um die Forschungsaktivitäten des ÖWF.

Wann: 15. März 2012
Wo: Planetarium Stuttgart

20. März 2012 - Junge Uni Innsbruck "Multi-Culti" - Raketenbastelworkshop

Von  15 bis 17 Uhr heißt es für Kinder wieder, das Weltall mit selbst gebauten Raketen zu erkunden.

12. April 2012: Yuri's Night & Polarstern-Preis Verleihung

Wie jedes Jahr feiern wir am 12. April den Erstflug von Yuri Gagarin. 2012 wird die Yuris Night im Naturhistorischen Museum in Wien stattfinden. Auch der Polarsternpreis 2012 wird im Rahmen der Veranstaltung verliehen.

Wann: 12. April 2012, 18 Uhr
Wo: Naturhistorisches Museum Wien
 

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24.Jun-02. Jul: European Space Camp 2012

Die Europäische Weltraumorganisation ESA sucht und finanziert TeilnehmerInnen für das European Space Camp 2012.

Das European Space Camp auf der nordnorwegischen Raketenbasis Andoya lädt Jugendliche im Alter zwischen 17 und 20 Jahren vom 24. Juni bis 2. Juli 2012 zur Teilnahme am Raketenstarten im Rahmen des European Space Camp 2012 ein.

Die Bewerbungsfrist läuft bis 1. April 2012.

SpaceCamp Webseite

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