Wissenschaftliche Experimente
Austromars ist ein solides Projekt mit interdisziplinärem Charakter mit den im Folgenden beschriebenen Experimenten aus den Bereichen Grundlagenforschung und Angewandte Wissenschaften mit einem zum Teil hohen Spin-off Potential, das bedeutet Technologien welche für die Marsforschung entwickelt werden, kommen auch in weltraumfernen Bereichen zum Einsatz: vom mobilen Patientenmonitoring bis zur Abfallwirtschaft
AM16 PsychoMars
Florian Juen, Univ. InnsbruckWenn sechs Menschen auf knapp 24 Quadratmeter in einer „lebensfeindlichen“ Umgebung zwei Wochen lang verbringen müssen, birgt das ein Risiko für psychologische Extremsituationen, welche den Erfolg einer Mission ernsthaft gefährden können. Wie sich Stress unter solchen außergewöhnlichen Bedingungen entwickelt, welche Gegenmaßnahmen von Seiten der Psychologen im Mission Control Center angewandt werden können, das untersucht das PsychoMars Experiment, bei dem auch Hormonmessungen im Speichel, Videoüberwachung, schriftliche Testbatterien zum Einsatz kommen. Zusätzlich ist auch das Selektionsverfahren zur Auswahl der optimalen Crew-Zusammensetzung Teil dieser Experimente.
AM15 MedMars
Berthold Moser/Univ. Klink Innsbruck„Mobiles Patientenmonitoring“ ist ein boomende Sparte der Medizintechnik, die im Kontext von AustroMars zur lückenlosen Überwachung der Crew bei Außenbordeinsätzen dient: ein im Lebenserhaltungsrucksack installiertes Monitoring-System sendet Daten wie EKG, Kohlendioxid-Gehalt der Atemluft oder etwa Temperatur zum Habitat und zum Mission Kontrollzentrum. Zusätzlich werden notfallmedizinische Techniken, wie zum Beispiel das Bergen eines „verunglückten“ Analog-Astronauten trainiert.
AM14 GeoMars
Iris Lenauer, Univ. WienEine der wichtigsten Aufgaben der Marsforschung liegt in der geophysikalischen und geologischen Charakterisierung der Oberfläche, etwa um nach Spuren von Wasser und Informationen über die Klimageschichte des Roten Planeten zu suchen. Im Rahmen von GeoMars wird –in Zusammenspiel mit Fernerkundungsdaten, Bilddaten eines flugfähigen Roboters und einem unbemannten Rover sowie der AustroMars Flight Crew- die Wahl der optimale Probenentnahmestellen für die geologischen Untersuchungen, die bestmögliche Probenbehandlung und Vor-Ort Untersuchungen simuliert.
AM13 PhysioMars
Sandra Lengauer, Ausbildungszentrum West für GesundheitsberufeEin schwerer Lebenserhaltungsrucksack, viele Stunden Außenbordeinsatz: die Crew einer Marsexpedition wird –geschwächt von einem mehrmonatigen Aufenthalt in der Schwerelosigkeit- vor unter einer ungewohnten muskulären Belastung leiden. Physiotherapeutische Maßnahmen können einerseits das Verletzungsrisiko der Crew minimieren, andererseits aber auch die Effizienz der Astronauten steigern. Erstmals wird eine MDRS Crew auch eine Kurzausbildung im Bereich Physiotherapie erhalten um sowohl die muskulären Belastungsmuster zu charakterisieren, als auch einfach Gegenmaßnahmen (Massage, etc...) durchzuführen.
AM12 TeleMars
Gernot Grömer, Univ. InnsbruckEin astronomischer Vorposten auf dem Mars hat einige Vorteile, welche sich bereits aus dem Standort ergeben: darunter fällt etwa die Beobachtung von Objekten innerhalb des Sonnensystems aus zwei Blickwinkeln (Erde und Mars) oder die Beobachtung der Marsatmosphäre, indem ihr Absorptionsverhalten (z.B. gegenüber dem Licht von gut untersuchten Sternen) beobachtet wird. Damit können Astronomen etwa Kurzzeitvariationen in der chemischen Zusammensetzung exakt messen. Im Rahmen von AustroMars werden u.a. operative Aspekte eines Kleinteleskops auf dem Mars studiert.
AM11 BioMars
Birgit Sattler, Univ. InnsbruckBei einer bemannten Marsmission ist die Verunreinigung von Bodenproben speziell bei der Suche nach Lebensspuren eine große mikrobiologische Herausforderung. Im Rahmen von BioMars soll erstmals das Ausmaß an Vorwärts- (d.h. vom Habitat in die Mars-Umwelt) als auch die Rückwärtskontamination (d.h. die Möglichkeit, biologisches Material aus der Umwelt unbeabsichtigt in das Habitat und damit letzten Endes in das Ökosystem unseres Planeten einzuschleppen) quantifiziert werden. Mit Hilfe von Mikrospherulen, das sind mikroskopisch kleine Plastikkügelchen, die fluoreszieren können und anderen mikrobiologischen Techniken untersucht das BioMars Team das Ausmaß der Verunreinigungen.
AM17 LBNP
Helmut Hinghofer, Med. Universität GrazBeim Lower-Body-Negative-Pressure Test werden den Finalisten der Flight Crew auf einer drehbaren Liege gelagert: in einem Zylinder der den Unterkörper ab der Gürtellinie abwärts luftdicht abschließt wird nun solange der Luftdruck abgesenkt, bis es zu einer Verschiebung von Flüssigkeitsvolumina kommt, was zu einer kurzzeitigen Bewusstlosigkeit führt. Diese Belastung ist vergleichbar mit einer Ohnmacht, wie sie auch beim Ausfall der Wärmeregulation im Analog-Raumanzug auftreten kann. Gleichzeit wird bei diesem Experiment auch die hormonelle Reaktion der Probanden getestet.
Veranstaltungen
Vom 6.9.-9.9. 2010 präsentiert das ÖWF am EANA 2010 sein Aouda X Projekt
Weiterführende Informationen unter:
http://www.ioffe.ru/EANA/index.html
Detail
Das Grazer Institut für Weltraumforschung gemeinsam mit der Karl-Franzens-Universität Graz die Sommeruniversität Graz in Space 2010.
Das Programm dreht sich rund um die Themen "Sonne und Hurrikans im Sonnenwind", "Neueste Erkenntnisse der Marsforschung", "Blitz und Donner auf Saturn".
Das Programm richtet sich an MaturantInnen, Studierende, LehrerInnen und InteressentInnen der Weltraumwissenschaften.

Die Internationale Polartagung ist ein Forum zur Präsentation von Forschungsarbeiten aus allen Disziplinen der Polar- und Gletscherforschung (Biologie, Geowissenschaften, Physik, Ozeanographie, Meteorologie, Geschichte der Polarforschung und andere Fachgebiete).
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Der Einladung der Radecs-Organisatoren folgend, darf das ÖWF am diesjährigen RADECS-Kongress teilnehmen, und unter anderem mit dem Passepatoutstart für ein weiteres Highlight für die Gäste sorgen.
DetailMultimediashow mit Gernot Grömer im Deep Space.
In der Ausstellung rückt die Stadtgemeinde Fehring das Leben und Wirken ihres prominenten Bürgers, dessen Geburtstag sich 2010 zum 80. Mai jährt, in den Vordergrund.
Festvortrag von Alexander Soucek und Gernot Grömer
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