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ÖWF Interview mit Elisabeth Klaffenböck/FFG

23. Oktober 2009

Die Österreichische Forschungsförderungsgesellschaft (FFG) ist die nationale Förderstelle für anwendungsorientierte und wirtschaftsnahe Forschung. Österreichische Unternehmen und Forschungsinstitutionen werden mit Förderungsprogrammen der öffentlichen Hand, Beratungsleistungen in allen Phasen der Technologieentwicklung und bei der Einbindung in europäische Forschungsprogramme und Netzwerke unterstützt. DI Dr. Elisabeth Klaffenböck ist bei der FFG in der Agentur für Luft- und Raumfahrt Experte für Satellitennavigation und damit Ansprechpartner für Universitäten, Ministerien und Firmen. Sie vertritt Österreich in diesem Bereich in der ESA und den EU Gremien und auch Vortragstätigkeiten gehören zu ihren Aufgaben. Wir haben Sie dazu interviewt.

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(Int.): Frau Klaffenböck, würden Sie sagen, Ihr derzeitiges Betätigungsfeld ist Ihr „Traumjob“?

(K.): Traumjob würde ich wahrscheinlich keinen Job nennen, aber was ich hier tue ist eine sehr spannende abwechslungsreiche Tätigkeit in einem nicht alltäglichen Bereich, wo man Kontakt zu vielen Firmen in Österreich und im Ausland hat. Es ist außerdem ein Bereich, der sich ständig weiterentwickelt.

(Int.): Wann haben Sie Ihr Interesse für das Vermessungswesen entdeckt?

(K.): Seit ich mich erinnern kann ist mein Interesse für Naturwissenschaften und besonders Mathematik riesig, dazu bin ich auch sehr gerne in der Natur. Ich wollte unbedingt einen Beruf erlernen, der sehr eng mit Mathematik und Darstellender Geometrie verbunden ist. Die erste Idee war dann Architekt, aber ausschlaggebend war denn wahrscheinlich der Besuch eines Vermessers in der Schule, der uns diverse Vermessungsgeräte vorführte. Darüber hinaus haben mich meine Eltern, die einen Weinbau betreiben und dadurch regelmäßig mit dem „Vermessen“ konfrontiert sind, auch dazu ermutigt

(Int.): Wie fühlen Sie sich als Frau in einem eher männerdominierten Forschungsbereich?

(K.): Das war nie ein Thema für mich - weder im Studium noch im Beruf, allerdings gibt es bei der Vermessung innerhalb technischer Bereiche (abgesehen von Architektur) einen relativ hohen Frauenanteil.

(Int.): Gibt es noch einen anderen Bereich, in dem Sie sich gerne engagieren würden?

(P.): Abgesehen vom Vermessungswesen, das ich auf jeden Fall wieder studieren würde, gibt es noch einen ziemlich konträren Bereich, der mich sehr interessiert: Der Weinbau, hier hat mich meine Kindheit sehr geprägt.

(Int.): Was fasziniert Sie am Thema Weltraum? Gibt es ein „Schlüsselerlebnis“, das Ihr Interesse daran geweckt hat?

(K.): Zum Weltraum hat mich der Weg geführt, das war nie so geplant, sondern eine Reihe von (glücklichen) Zufällen. Mein ursprüngliches Ziel war es, Vermesser zu werden. Besonders faszinierend ist für mich jedoch schon seit dem Studium der Anspruch an Technik aber auch die Mathematik dahinter, um beispielsweise einen Satelliten mit einer Trägerrakete exakt im vorgesehenen Orbit zu platzieren. Und dass danach die sensible Nutzlast am Satelliten wie z.B. eine hochstabile Atomuhr, welche beim Raketenstart extremsten Vibrationen ausgesetzt ist, im All einwandfrei funktioniert, das ist schon unglaublich.
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(Int.): Zur strategischen Bedeutung von GALILEO – ist Ihrer Meinung nach ein eigenes Navigationssystem ein notwendiger Schritt für Europa auf dem Weg zur eigenständigen „Supermacht“?

(K.): Satellitennavigation ist grundsätzlich eine Schlüsseltechnologie des 21. Jahrhunderts. GALILEO gewährleistet einerseits die europäische Unabhängigkeit von den beiden militärisch kontrollierten Systemen GPS (USA) und GLONASS (Russland) und unterstreicht so die Souveränität Europas. GALILEO ist also von strategischem, technologie- und auch sicherheitspolitischem Interesse für Europa. Neben USA und Russland arbeitet eine Reihe von Mächten an eigenen Systemen.

(Int.): Wie schätzen Sie den österreichischen Beitrag zu GALILEO ein – liegt er eher im technisch/wissenschaftlichen Sektor oder im Dienstleistungssektor?

(K.): Hier gibt es für mich kein „oder“, aus wirtschaftlicher Sicht sind beide Aspekte von großer Bedeutung für Österreichs Wirtschaft - sowohl der Aufbau der Infrastruktur als auch die Anwendungsmöglichkeiten. Am Aufbau des Systems ist eine exklusive Anzahl von Firmen beteiligt, hier steht die technische Exzelllenz im Vordergrund. Beispielsweise baut ein Unternehmen aus Österreich das Herzstück jener Elektronik-Einheit, welche die neuartigen Navigationssignale der Galileo-Satelliten erzeugt (Navigation Signal Generation Unit, NSGU). Der Anwendungsbereich dagegen spricht eine unglaublich breite Palette von Bereichen an. Hier ist die Wertschöpfung langfristig gesehen mit Sicherheit größer.

(Int.): Nutzen Sie selber Geodienste im Alltag?


(K.): Bisher wenig - doch werden mittlerweile sehr spezifische Geräte für die unterschiedlichsten Anwender entwickelt, um auf die jeweils spezifischen Bedürfnisse eingehen zu können (Schitour, Rad, Fitness,…), sodass mich sicher sehr bald ein Wander-GPS in den Bergen begleiten wird. Dennoch werde ich mich niemals ohne Landkarte auf meine Touren begeben.

(Int.): Wie beurteilen Sie Österreichs Präsenz im Bereich Weltraumforschung im internationalen Vergleich?

(K.): Österreich ist sehr engagiert, sowohl im Bereich ESA, aber auch national, speziell durch das nationale Weltraumprogramm.

(Int.): Wie sehen Sie die Berufschancen im Bereich der Weltraumforschung?

(K.):Hier sehe ich in Österreich sehr viele Betätigungsmöglichkeiten auf Universitäten, in Forschungsstätten und Unternehmen. Zwar gibt es keine gezielte Ausbildung in diese Richtung, aber als Abgänger vieler technischer Studiengänge ist man ein potentieller Kandidat, um im „Weltraum“ zu arbeiten.

(Int.): Vielen Dank für das Gespräch!

Veranstaltungen

6.9.-9.9. 2010: Pushchino/Russland: EANA 2010 Astrobiology Conference

Vom 6.9.-9.9. 2010 präsentiert das ÖWF am EANA 2010 sein Aouda X Projekt

Weiterführende Informationen unter:

http://www.ioffe.ru/EANA/index.html

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09. - 10. September 2010: Graz in Space

Das Grazer Institut für Weltraumforschung gemeinsam mit der Karl-Franzens-Universität Graz die Sommeruniversität Graz in Space 2010.

Das Programm dreht sich rund um die Themen "Sonne und Hurrikans im Sonnenwind", "Neueste Erkenntnisse der Marsforschung", "Blitz und Donner auf Saturn".

Das Programm richtet sich an MaturantInnen, Studierende, LehrerInnen und InteressentInnen der Weltraumwissenschaften.

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6.-10.9.2010: Obergurgl/Tirol: Polartagung - Präsentation der Kontaminationsexperimente von PolAres

Die Internationale Polartagung ist ein Forum zur Präsentation von Forschungsarbeiten aus allen Disziplinen der Polar- und Gletscherforschung (Biologie, Geowissenschaften, Physik, Ozeanographie, Meteorologie, Geschichte der Polarforschung und andere Fachgebiete).

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21.9.2010: RADECS in Längenfeld/Tirol: Passepartout Start im Rahmen der Konferenzeröffnung.

Der Einladung der Radecs-Organisatoren folgend, darf das ÖWF am diesjährigen RADECS-Kongress teilnehmen, und unter anderem mit dem Passepatoutstart für ein weiteres Highlight für die Gäste sorgen.

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7.10.2010: Eye in the Sky Vortrag zur Erdbeobachtung im Alten Kino Katsdorf/OÖ9.10.2010: Ars Electronica Center Linz - "Faszination Sonnensystem"

Multimediashow mit Gernot Grömer im Deep Space.

16.04-31.10.2010: Nordberg - Der Weg in den Weltraum

In der Ausstellung rückt die Stadtgemeinde Fehring das Leben und Wirken ihres prominenten Bürgers, dessen Geburtstag sich 2010 zum 80. Mai jährt, in den Vordergrund.
 

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18.11.2010: 20-Jahr Jubiläum DORIS Oberösterreich

Festvortrag von Alexander Soucek und Gernot Grömer

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