Houston, we've had a problem. We had dust everywhere!
19. Dezember 2009
Es hat wohl schon jede/r von uns einmal daran gedacht, einen Schritt auf den Mars zu setzen. Unsere Vorstellungen von den Schwierigkeiten, denen wir dabei begegnen würden, sind sicherlich grundlegend verschieden. Vom langen Flug zum Mars über die Unhandlichkeit des Raumanzuges bis hin zum Abenteuer der täglichen Hygene kann ich mir viele Szenarien ausmalen.
Darunter fallen unter anderem technische Geräte, deren Effizenz unter einer Staubschicht leidet, wie zum Beispiel die Solarpanels der NASA Mars-Rover Spirit und Opportunity.
Andere „Opfer“ des Staubs sind Raumanzüge. Marsstaub, der viel feinkörniger ist als auf der Erde, haftet elektrostatisch – also auf mikroskopischer Ebene durch natürliche elektrische Ladungen –an der Anzugoberfläche. Staub am Visier vermindert dabei die Sicht am Mars. Wenn man versucht, diese Staubschicht mit einem Handschuh abzuwischen, arbeiten sich die Staubteilchen sogar noch tiefer in das Material. Nach einer Außenbordaktivität (EVA) am Mars wird dieser Staub außerdem ins Habitat getragen und verteilt sich dort in den Räumen. Zu solchen Vorfällen kam es bei Apollo.
Dies führte sogar zu gesundheitlichen Problemen der Astronauten beim Atmen. Der Staub zerstört also die Anzüge, kann sich schädlich auf technische Geräte auswirken und führt zu Atmenproblemen sowie zur Sichtverminderung. In einer Marsmission möchte man sich natürlich mit keinem dieser bekannten Probleme herumschlagen und sucht nach Lösungen.
In meiner Abschlussarbeit des Physik-Bachelorstudiums der Universität Innsbruck führte ich mit Unterstützung von Mag. Gernot Grömer im Rahmen des PolAres Forschungsprojekts eine Machbarkeitsstudie zur Marsstaub-Verminderung durch. Neben aktuellen Techniken in der Forschung untersuchte ich ein Staubabschoßungssystem, das auf den Analograumanzug Aouda abgestimmt ist. Auf Knopfdruck könnte damit der Staub einige Millimeter über der Anzugoberfläche zum Schweben gebracht werden, bevor er sanft zu Boden fällt. Der Astronaut betritt das Habitat dann sauber.
Aufgrund der plausiblen Ergebnisse der Studie, könnte man über eine Implementierung eines solchen Systems in den Aouda-Raumanzug diskutieren. Damit wäre das Österreichische Weltraumforum die einzige Organisation im Besitz eines staubfreien (Analog-)Raumanzuges.
Ein Problem weniger also! Heute Nacht lässt es sich also schon wesentlich beruhigter über den ersten Schritt am Mars träumen. Finden Sie nicht?
Veranstaltungen
Das Österreichische Weltraum Forum lädt zur 7. ordentlichen Generalversammlung am
18. Februar 2012, 17:00 im Suitlab des Österreichischen Weltraum Forums, Technikerstr. 21a, 6020 Innsbruck (ICT Gebäude) Generalversammlung am
ein. Dieses Jahr wird diese Sitzung aufgrund der Projektarbeiten von PolAres im kleinen Rahmen abgehalten, d.h. wir möchten ausdrücklich auf die Möglichkeit einer Teilnahme via Skype bzw auf die Möglichkeit von Stimmvertretungen (in Form einer schriftlichen Stimmübertragung an ein anwesendes stimmberechtigtes Mitglied) hinweisen. Generalversammlung am
Tagesordnung:
- Eröffnung durch den Obmann und Feststellung der Beschlussfähigkeit
- Entgegennahme und Genehmigung des Rechenschaftsberichtes und des Rechnungsabschlusses
- Entlastung des Vorstandes und Neuwahl des Vorstandes sowie der Rechnungsprüfer
- Allfälliges
Integrationsworkshop zur Vorbereitung des Dachstein Feldtestes im Suitlab Laboratory Innsbruck
Der Weltraum ist zu unserem Zukunftsraum geworden. Weltraumtechnologien ermöglichen neue Lösungen für gesellschaftliche Herausforderungen unserer Zeit: von der nachhaltigen Landnutzung bis zur intelligenten Verkehrslenkung. Mit dem Satellitennavigationssystem Galileo startet Europa einen neuen Innovationszyklus mit einer Vielzahl potenzieller Anwendungen, die unseren Alltag verändern werden. Österreich partizipiert an diesen Entwicklungen und treibt sie selbst voran, etwa durch seine ersten beiden Satelliten, die demnächst in die Umlaufbahn geschickt werden.
WANN: 22. Februar 2012 18 Uhr
WO: Ovalhalle im MuseumsQuartier, Museumsplatz 1/5, 1070 Wien
Gernot Grömer im Planetaium Stuttgart - Multimediavortrag mit Gernot Grömer rund um die Forschungsaktivitäten des ÖWF.
Wann: 15. März 2012
Wo: Planetarium Stuttgart
Von 15 bis 17 Uhr heißt es für Kinder wieder, das Weltall mit selbst gebauten Raketen zu erkunden.
Wie jedes Jahr feiern wir am 12. April den Erstflug von Yuri Gagarin. 2012 wird die Yuris Night im Naturhistorischen Museum in Wien stattfinden. Auch der Polarsternpreis 2012 wird im Rahmen der Veranstaltung verliehen.
Wann: 12. April 2012, 18 Uhr
Wo: Naturhistorisches Museum Wien
Die Europäische Weltraumorganisation ESA sucht und finanziert TeilnehmerInnen für das European Space Camp 2012.
Das European Space Camp auf der nordnorwegischen Raketenbasis Andoya lädt Jugendliche im Alter zwischen 17 und 20 Jahren vom 24. Juni bis 2. Juli 2012 zur Teilnahme am Raketenstarten im Rahmen des European Space Camp 2012 ein.
Die Bewerbungsfrist läuft bis 1. April 2012.
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