Passepartout Ballon am Rande des Weltraums! Bericht
06. Oktober 2008
Samstag, 04. Oktober 2008. Wo es nicht gerade regnet, verdecken dicke graue Wolken den Himmel, die sich erst gegen Nachmittag lichten. Zu spät für den Reisebeginn unseres „Passepartout“, denn schließlich ist so ein Stratosphärenballon samt seiner Nutzlast eine Weile unterwegs.
Sonntag, 05. Oktober 2008. Der Wetterbericht hat gehalten, was versprochen war – der Himmel ist völlig wolkenlos und verspricht tiefblau zu werden. Bereits um 7 Uhr früh ist Treffpunkt am Grazer Lustbühel Observatorium. Noch nicht ganz wach, dafür aber großteils völlig verschnupft versammeln sich das Ballonteam und seine freiwilligen Helfer in der Kuppel. Laptops werden aufgebaut, die tags zuvor in mühevoller Kleinarbeit zusammenmontierten Antennen auf dem Dach platziert und Autos mit Antennen ausgerüstet.
Der prachtvolle Sonnenaufgang täuscht über die bereits recht herbstlichen Temperaturen hinweg, die Eiskratzer haben bereits Saison. Um 8 Uhr starten die beiden Verfolgerteams. Zwar gibt es zu diesem Zeitpunkt noch nichts zu verfolgen, die Erfahrung hat allerdings gezeigt, dass man dem Ballon ein Stück voraus sein muss, wenn man ihn bis zu seiner Landung eingeholt haben will. Noch einmal Benzin und Kaffee tanken und los geht’s.
Ein geglückter Start, wie wir erfahren – leider können wir das GPS-Signal der Gondel nicht empfangen. Es stellt sich heraus, dass eine der beiden Barken ausgefallen ist. Robert, unser Funker vom Österreichischen Versuchssenderverband richtet seine Geräte daher auf die zweite Barke aus und kurz nach 10 Uhr haben wir ein Signal. Der Ballon befindet sich bereits in 6 km Höhe, die Innentemperatur der Gondel beträgt 13°C. Kurz nach 10 Uhr beginnt Passepartout von der vorausberechneten Flugroute abzuweichen und zieht nach Süden. Da er seinen Kurs in der nächsten halben Stunde nicht in unserer Richtung ändert, kommen wir ihm entgegen und verlegen unseren Standort nach Gleisdorf.
Das österreichische Bundesheer verfolgt unseren Stratosphärenballon auch bei diesem Flug mittels Radar und ergänzt damit unsere GPS-Daten, was die Verfolgung erleichtern soll. Während des rasanten Abstiegs ist der Ballon allerdings schwer zu orten und auch das GPS-Signal wird nun in größeren Abständen empfangen. Kurz bevor wir es über den Grenzübergang Heiligenkreuz schaffen, ist „Passepartout“ bereits auf 17 km Höhe gefallen. Theoretisch könnten wir ihn bald mit freiem Auge sehen, leider ist trotz Fernglas nichts auszumachen.
Wir empfangen auch etwas, das wir für den Ballonsender halten und nehmen die Verfolgung auf. Die Feldstärke variiert laufend und da sich das Signal nicht gut peilen lässt, machen wir uns mit anderen Mitteln auf die Suche. Nahegelegene Felder, Gärten und ein verlassenes Industriegelände werden durchforstet, Einheimische befragt, Bäume erklettert, um mit dem Fernglas Ausschau zu halten. Jeder noch so kleine rote Fetzen, der dem Fallschirm ähnelt, den wir suchen, wird unter die Lupe genommen. Drei Stunden lang. Schließlich müssen wir kapitulieren.
Es stellt sich heraus, dass das Gebiet stark bewaldet ist. Wir versuchen über kleine unverzeichnete Strassen so nahe wie möglich an den Zielpunkt auf der Karte heran zu kommen. Schließlich verfolgen wir den Zielpunkt noch ein paar hundert Meter zu Fuß über abgeerntete Maisfelder. Unser Ballon scheint sich in dem dahinter gelegenen Waldstück zu befinden. Nach ein paar Metern befinden wir uns exakt auf dem gekennzeichneten Punkt – der Ballon ist nicht da. Zumindest nicht auf den ersten Blick. Er ist nämlich sehr wohl genau da wo wir auch sind, nur 15 Meter höher. Dort hängt die Gondel, scheinbar unversehrt, die Signallampen fröhlich blinkend. Der Fallschirm hat sich nochmal 10 Meter weiter oben in einer Baumkrone verfangen.
Es ist mittlerweile 16 Uhr und so sehr wir uns freuen, unseren Hemisphärenballon vollständig wiedergefunden zu haben – jetzt ist guter Rat teuer. Wie bekommt man das Ding da bloß wieder runter? Wir einigen uns darauf, heimische Experten zu Rate zu ziehen und machen uns auf die Suche nach der örtlichen Feuerwehr. Nachdem wir im einzigen Lokal der Gegend einige sprachliche Hürden genommen haben, reist Rudolf an. Er ist ein älterer Herr und hat, wie wir erfahren, 20 Jahre in der Schweiz gelebt. Neben Deutsch spricht er übrigens noch Ungarisch, Slowenisch, Kroatisch und Italienisch. Mit seiner Hilfe organisieren wir eine Bergungsaktion.
Während wir noch Alternativlösungen diskutieren (das Seil durchschießen, eine lange Stange einsetzen, Baum umschneiden…) kommt die Feuerwehr doch noch und nach einer ersten Lageeinschätzung (Originalzitat: „Ojojoj…“) versuchen es drei Leute mit einer langen Leiter, einem schwindelfreien Kameraden und ein paar Steigeisen. Damit lässt sich dann aber doch nur die Hälfte der Strecke bewältigen und auch das sieht schon reichlich gefährlich aus. Die einbrechende Dunkelheit tut ihr übriges und wir müssen die Bergungsversuche für heute einstellen und unsere müden Knochen spät abends zurück nach Graz befördern.
Am Rande des Weltraums Bilder & Download
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Der traditionelle Zieleworkshop des Österreichische Weltraum Forums hat heuer ein neues Format. Weniger Projektbesprechungen und mehr gemütliche Beisammensein.
Treffpunkt:
Freitag: 03.September, 16:00 Uhr Hauptbahnhof
Vom 6.9.-9.9. 2010 präsentiert das ÖWF am EANA 2010 sein Aouda X Projekt
Weiterführende Informationen unter:
http://www.ioffe.ru/EANA/index.html
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Das Grazer Institut für Weltraumforschung gemeinsam mit der Karl-Franzens-Universität Graz die Sommeruniversität Graz in Space 2010.
Das Programm dreht sich rund um die Themen "Sonne und Hurrikans im Sonnenwind", "Neueste Erkenntnisse der Marsforschung", "Blitz und Donner auf Saturn".
Das Programm richtet sich an MaturantInnen, Studierende, LehrerInnen und InteressentInnen der Weltraumwissenschaften.

Die Internationale Polartagung ist ein Forum zur Präsentation von Forschungsarbeiten aus allen Disziplinen der Polar- und Gletscherforschung (Biologie, Geowissenschaften, Physik, Ozeanographie, Meteorologie, Geschichte der Polarforschung und andere Fachgebiete).
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Der Einladung der Radecs-Organisatoren folgend, darf das ÖWF am diesjährigen RADECS-Kongress teilnehmen, und unter anderem mit dem Passepatoutstart für ein weiteres Highlight für die Gäste sorgen.
DetailMultimediashow mit Gernot Grömer im Deep Space.
In der Ausstellung rückt die Stadtgemeinde Fehring das Leben und Wirken ihres prominenten Bürgers, dessen Geburtstag sich 2010 zum 80. Mai jährt, in den Vordergrund.











