4. Woche Praktikum
1. September 2008
Meine vierte Arbeitswoche beim ÖWF begann mit der Datenauswertung der „Acrobatic Flight Accelerometer Tests“, mit welcher ich bereits in der letzten Woche startete. Nach kurzer Arbeitszeit stellten sich aber Unregelmäßigkeiten mit den gespeicherten Uhrzeiten heraus. Eine weitere Auswertung musste vertagt werden.

Die Auswertung dieser Videos begann ich bereits in meiner zweiten Arbeitswoche, allerdings musste noch ein plötzlich aufgetauchter Fehler beseitigt werden bevor die eigentliche Analyse gestartet werden konnte. Die Videos mit einer Gesamtlänge von über 40 Stunden wurden dabei von der Software in Echtzeit abgespielt, bei jedem einzelnen Videoframe wurde die Pupille des Auges erkannt und verschiedene gemessene Parameter gespeichert. Die Auswertungssoftware lief nahezu rund um die Uhr und Donnerstag morgens war ich stolzer Besitzer einer ziemlich langen Textdatei mit den Ergebnissen der Analyse, welche ich nach kurzer weiterer Aufbereitung und Konvertierung in eine Tabelle zur detailierten Auswertung verschickte. Während die Auswertung im Gange war beschäftigte ich mich zum Beispiel mit der Fehlersuche bei der geplanten Anzeige der vorausberechneten Flugbahn des zweiten Passepartout-Ballons, welcher im Rahmen des PolAres Programms am 4. Oktober starten soll. Nach einiger Zeit fand ich diesen Fehler auch, welcher eigentlich nur ein kleiner aber folgenschwerer Kodierungsfehler der Datei, welche die Vorausberechnungen enthält, war.
Neue Erfahrungen auch in der letzten Woche
Obwohl dies bereits meine letzte Arbeitswoche beim ÖWF war gab es noch einiges an neuem zu lernen. Am Mittwoch stand Politik am Programm. Um anlässlich der Nationalratswahl den Mitgliedern des parlamentarischen Wissenschaftsausschusses einige Fragen zu ihrer Einstellung zum Thema Raumfahrt und –forschung zukommen zu lassen, lernte ich wie solch ein Anschreiben formuliert sein soll. Da ich noch nie so engen Kontakt mit Politik hatte war es für mich sehr erstaunlich auf wie viele Einzelheiten man zum Beispiel bereits bei der Formulierung und der Wahl der verwendeten Phrasen achten muss. Am Donnerstag bekam ich auch noch einen kleinen Einblick in die Arbeit von Medienvertretern als ich ein Interview mit Sabine Schindler, welche maßgeblich am Erfolg der Verhandlungen zum ESO-Beitritt Österreichs beteiligt war, führen durfte.
AustroMars Experimentauswertung
Am Freitag durchforstete ich schließlich noch die AustroMars Datenarchive und durchsuchte die gespeicherten Bilder der Webcams im Habitat nach den Durchführungszeitpunkten der sogenannten Pupillographie. Bei der Auswertung dieses Experiments offenbarten sich größere Unstimmigkeiten zwischen den von der Software gespeicherten Experimentzeitpunkten und den laut Flugplan vorgesehenen Zeiten. Deshalb sah ich mir im Zeitraffer die gespeicherten Bilder der 14 Tage welche die Simulation dauerte an und notierte die Zeiten zu den die Analogastronauten das Experiment tatsächlich durchführten. Diese Daten können nun mit den bereits vorhandenen Zeiten verglichen werden und so die Genauigkeit und Aussagekraft des Experiments erhöht werden. Meine letzte kleine Aufgabe war anschließend noch eine erste Suche nach möglichen Ausstellungsorten für den simulierten Raumanzug welcher als Teilprojekt des PolAres Programms entwickelt wir. Dies wird könnte ein Teil der Öffentlichkeitsarbeit werden, sobald es erste Prototypen gibt.
Die vier vergangenen Wochen waren für mich eine großartige Erfahrung und sind eigentlich viel zu schnell vergangen. Ich konnte viel Neues lernen und Langeweile kam nicht einmal ansatzweise auf. Kurz gesagt: Für mich eindeutig der bisher beste Ferialjob!
Veranstaltungen
Reinhard Tlustos vom ÖWF Wien berichtet von der Rio Tinto Marsfeldsimulation, welche im April 2011 in Zusammenarbeit mit 10 Nationen und der ESA in Süden Spaniens durchgeführt wurde.
Wann: 05. Feb. 2012, 17:45
Eintritt: 4,00 EUR (mit Show "Projekt Mars" um 16:30 um 8,00 EUR)
Integrationsworkshop zur Vorbereitung des Dachstein Feldtestes im Suitlab Laboratory Innsbruck
Gernot Grömer im Planetaium Stuttgart - Multimediavortrag mit Gernot Grömer rund um die Forschungsaktivitäten des ÖWF.
Wann: 15. März 2012
Wo: Planetarium Stuttgart
Von 15 bis 17 Uhr heißt es für Kinder wieder, das Weltall mit selbst gebauten Raketen zu erkunden.
Wie jedes Jahr feiern wir am 12. April den Erstflug von Yuri Gagarin. 2012 wird die Yuris Night im Naturhistorischen Museum in Wien stattfinden. Auch der Polarsternpreis 2012 wird im Rahmen der Veranstaltung verliehen.
Wann: 12. April 2012, 18 Uhr
Wo: Naturhistorisches Museum Wien
Die Europäische Weltraumorganisation ESA sucht und finanziert TeilnehmerInnen für das European Space Camp 2012.
Das European Space Camp auf der nordnorwegischen Raketenbasis Andoya lädt Jugendliche im Alter zwischen 17 und 20 Jahren vom 24. Juni bis 2. Juli 2012 zur Teilnahme am Raketenstarten im Rahmen des European Space Camp 2012 ein.
Die Bewerbungsfrist läuft bis 1. April 2012.
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