Seit jeher gehört die Frage „Was wäre die Erde ohne den Mond“ zu den beliebesten Gedankenexperiment der Astronomie: neben dem Faktum, dass es weder romantisch-helle Mondnächte noch Orientierungshilfen für nachtfliegende Insekten gäbe, hat der Mond weitaus tiefergreifendere Bedeutungen für unseren Planeten:
Zum eine bremst seine Anziehungskraft die Geschwindigkeit, mit der sich die Erde um sich selbst dreht; das heisst, der Mond bremst die Rotation der Erde. Ohne ihn wäre ein Tag nur etwa 8 Stunden lang, was zu katastrophalen Windverhältnisse wie auf den Großplaneten Jupiter oder Saturn führen würde.
Die Schwerkraft des Mondes hatte aber auch eine entscheidende Bedeutung für die Entstehung und Entwicklung des Lebens auf der Erde, wie kürzlich gerechnete Klimamodelle für die Erde ohne Mond zeigen. Dadurch entfällt dessen stabilisierende Wirkung für die Lage der Erdrotationsachse. Ohne Mond kann sie zwischen 0 und 85 Grad schwanken. Wie der Planet Uranus könnte die Erde förmlich auf ihrer Bahn um die Sonne entlang rollen. Tropische Zonen versänken dann unter einer Schneedecke, und die Polregionen würden sich auf bis zu 80 Grad Celsius erhitzen. Kontinente in den „gemäßigten“ Breiten wären enormen Temperaturschwankungen zwischen - 25 und 45 Grad binnen weniger Monate ausgesetzt. Bei einer anderen Lage der Kontinente - vor 200 Millionen Jahren gab es ja nur den großen Superkontinent Pangea auf unserem Planeten - wären die Bedingungen noch extremer.
Dazu kommt, dass der Mond für die Gezeiten verantwortlich ist: das beständige Wechseln zwischen sowohl trockenen und feuchten, als auch salzarmen und salzreichen Umweltverhältnissen begünstigte die Entstehung des Lebens wesentlich. Ohne den Mond hätte sich das irdische Leben also – wenn überhaupt – völlig anders entwickelt.
Gernot Grömer,
Institut für Astrophysik der Universität Innsbruck
Österreichisches Weltraum Forum
Ob Deutschland, China oder Japan – alle wollen auf den Mond. Missionen zum Erdtrabanten scheinen wieder „in Mode“ zu sein. Außer dass er zur Zeit das Ausflugsziel Nummer 1 ist, hat der Mond allerdings noch eine wesentlich existentiellere Bedeutung für uns Erdlinge.

Veranstaltungen
Reinhard Tlustos vom ÖWF Wien berichtet von der Rio Tinto Marsfeldsimulation, welche im April 2011 in Zusammenarbeit mit 10 Nationen und der ESA in Süden Spaniens durchgeführt wurde.
Wann: 05. Feb. 2012, 17:45
Eintritt: 4,00 EUR (mit Show "Projekt Mars" um 16:30 um 8,00 EUR)
Integrationsworkshop zur Vorbereitung des Dachstein Feldtestes im Suitlab Laboratory Innsbruck
Gernot Grömer im Planetaium Stuttgart - Multimediavortrag mit Gernot Grömer rund um die Forschungsaktivitäten des ÖWF.
Wann: 15. März 2012
Wo: Planetarium Stuttgart
Von 15 bis 17 Uhr heißt es für Kinder wieder, das Weltall mit selbst gebauten Raketen zu erkunden.
Wie jedes Jahr feiern wir am 12. April den Erstflug von Yuri Gagarin. 2012 wird die Yuris Night im Naturhistorischen Museum in Wien stattfinden. Auch der Polarsternpreis 2012 wird im Rahmen der Veranstaltung verliehen.
Wann: 12. April 2012, 18 Uhr
Wo: Naturhistorisches Museum Wien
Die Europäische Weltraumorganisation ESA sucht und finanziert TeilnehmerInnen für das European Space Camp 2012.
Das European Space Camp auf der nordnorwegischen Raketenbasis Andoya lädt Jugendliche im Alter zwischen 17 und 20 Jahren vom 24. Juni bis 2. Juli 2012 zur Teilnahme am Raketenstarten im Rahmen des European Space Camp 2012 ein.
Die Bewerbungsfrist läuft bis 1. April 2012.
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