ÖWF Mars-Raumanzug-Simulator „Aouda“ erfolgreich in Kramsach getestet
01.-03. Juli 2009
Das Österreichische Weltraum Forum testete vom 1.-3. Juli in einem Steinbruch bei Kramsach in Tirol erstmals einen Prototypen für den Mars-Raumanzug „Aouda“.
Das etwa 45 kg schwere Gerät kann alle Einschränkungen eines echten Raumanzuges wiedergeben und wird mit einem hoch entwickelten Mensch-Maschine Interface ausgestattet, dass einige Funktionen eines Missionskontrollzentrums übernehmen kann. In drei Jahren soll der Prototyp in einer simulierten Marsexpedition in der Hohen Arktis eingesetzt werden.
„Bei diesen ersten Tests außerhalb des Labors untersuchen wir das mechanische Verhalten von Aouda unter Feldbedingungen“ erklärte Projektleiter Mag. Gernot Grömer vom ÖWF, „wie etwa die Fähigkeit, sich im marsähnlichen Terrain sicher zu bewegen, Gerätschaften zu bedienen und gleichzeitig einen kontinuierlichen Datenstrom an das Kontrollzentrum zu senden. Weltweit arbeiten nur vier Gruppen ernsthaft an der Entwicklung von Mars-Raumanzügen und drei davon sind in den USA.“
„Die Tests waren physisch äußerst anstrengend und forderten vollen Einsatz - 20-40 Entwickler von Aouda waren in Kramsach bei den Tests dabei und jeder war notwendig um die Infrasturkutr vor Ort betreiben zu können - von den Textilfachleuten der Ferrarischule, den Fertigungsleuten der HTL Fulpmes bis hin zu den Elektronikspezialisten des ÖWF“ kommentiert der erste Anzugtester Ulrich Luger vom ÖWF, „Aouda ist im Wesentlichen ein 45kg schweres Raumschiff zum Anziehen und gleichzeitig ein tragbarer Computer und biologische Barriere.“
Teile des Anzuges wurden zusammen mit vier Tiroler technischen Schulen in Kooperation mit den Technikern und Wissenschaftlern des ÖWF entwickelt: der HTL Anichstraße (Innsbruck), BRG Imst, HTL Fulpmes sowie der HBLA für Bekleidungstechnik (Ferrarischule, Innsbruck).
Das Österreichische Weltraum Forum (ÖWF) und Marsforschung
Österreichische Weltraum Forum ist ein nationales Netzwerk für Raumfahrt und Weltraumwissenschaften, das sich im Bereich Mars-Forschung spezialisiert hat. Im Rahmen des mehrjährigen Forschungsprogrammes „PolAres“ werden Technologien und Forschungskonzepte für einen zukünftigen bemannten Marsflug entwickelt: Man simuliert daher unter den bestmöglichen „Mars-Bedingungen (in punkto Landschaft, Klima, Missions-Aufbau, Training, Hardware, Logistik, Einschränkungen, psychologische und medizinische Aspekte, „Look and Feel“, etc.) sowohl Missionsprozeduren als auch die Durchführbarkeit oder Effizienzsteigerung von Experimenten, Geräten, Ausbildung u.a.
Das PolAres-Programm
PolAres dient damit der Vorbereitung einer durch Roboter unterstützten bemannten Mission zum Mars. Dabei hat das Programm zwei Ziele: a) die Entwicklung eines Mars-Rovers („Phileas“) und eines Raumanzuges („Aouda“) sowie b) Forschung zum Thema „Planetary Protection“, der Untersuchung des Mars ohne unbeabsichtigt biologische „blinde“ Passagiere wie etwa Bakterien und Sporen auszubringen, die später die Bodenproben die auf Leben untersucht werden sollen zu verunreinigen. PolAres basiert auf Erfahrungen, die bei AustroMars (einer im Jahr 2006 in der Wüste von Utah simulierten Marsmission des ÖWF) und anderen Analogforschungen gesammelt wurden.
Finanziert wurde die Entwicklung des Prototypen durch das Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie unter der Förderlinie „generation innovation“ und dem Tiroler Wissenschaftsfonds.
Veranstaltungen
VHS Innsbruck
Mars - der Rote Planet
Vortrag von Gernot Grömer
Beginn: 20:00 Uhr
VHS & Junge Uni Innsbruck
09:00 - 12:00 Uhr
Universität Innsbruck, Technik

