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Houston, we've had a problem. We had dust everywhere!

Es hat wohl schon jede/r von uns einmal daran gedacht, einen Schritt auf den Mars zu setzen. Unsere Vorstellungen von den Schwierigkeiten, denen wir dabei begegnen würden, sind sicherlich grundlegend verschieden. Vom langen Flug zum Mars über die Unhandlichkeit des Raumanzuges bis hin zum Abenteuer der täglichen Hygene kann ich mir viele Szenarien ausmalen.

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Doch die wenigsten von uns würden daran denken, den feinen Marsstaub als Hindernis zu betrachten. Die kristallienen, feinen Sandkörner auf dem Mars haben es allerdings wirklich in sich. Wie schon zu Apollo’s Zeiten bei den Mondlandungen, haftete sowohl Mond- als auch Marsstaub mit unglaublicher Intensivität an allen Oberflächen.
Darunter fallen unter anderem technische Geräte, deren Effizenz unter einer Staubschicht leidet, wie zum Beispiel die Solarpanels der NASA Mars-Rover Spirit und Opportunity.

Andere „Opfer“ des Staubs sind Raumanzüge. Marsstaub, der viel feinkörniger ist als auf der Erde, haftet elektrostatisch – also auf mikroskopischer Ebene durch natürliche elektrische Ladungen –an der Anzugoberfläche. Staub am Visier vermindert dabei die Sicht am Mars. Wenn man versucht, diese Staubschicht mit einem Handschuh abzuwischen, arbeiten sich die Staubteilchen sogar noch tiefer in das Material. Nach einer Außenbordaktivität (EVA) am Mars wird dieser Staub außerdem ins Habitat getragen und verteilt sich dort in den Räumen. Zu solchen Vorfällen kam es bei Apollo.

Dies führte sogar zu gesundheitlichen Problemen der Astronauten beim Atmen. Der Staub zerstört also die Anzüge, kann sich schädlich auf technische Geräte auswirken und führt zu Atmenproblemen sowie zur Sichtverminderung. In einer Marsmission möchte man sich natürlich mit keinem dieser bekannten Probleme herumschlagen und sucht nach Lösungen.

In meiner Abschlussarbeit des Physik-Bachelorstudiums der Universität Innsbruck führte ich mit Unterstützung von Mag. Gernot Grömer im Rahmen des PolAres Forschungsprojekts eine Machbarkeitsstudie zur Marsstaub-Verminderung durch. Neben aktuellen Techniken in der Forschung untersuchte ich ein Staubabschoßungssystem, das auf den Analograumanzug Aouda abgestimmt ist. Auf Knopfdruck könnte damit der Staub einige Millimeter über der Anzugoberfläche zum Schweben gebracht werden, bevor er sanft zu Boden fällt. Der Astronaut betritt das Habitat dann sauber.
Aufgrund der plausiblen Ergebnisse der Studie, könnte man über eine Implementierung eines solchen Systems in den Aouda-Raumanzug diskutieren. Damit wäre das Österreichische Weltraumforum die einzige Organisation im Besitz eines staubfreien (Analog-)Raumanzuges.

Ein Problem weniger also! Heute Nacht lässt es sich also schon wesentlich beruhigter über den ersten Schritt am Mars träumen. Finden Sie nicht?

Veranstaltungen

14. April 2010: VHS Vortrag Innsbruck

VHS Innsbruck
Mars - der Rote Planet
Vortrag von Gernot Grömer
Beginn: 20:00 Uhr

15. Mai 2010: Raketen und Planeten

VHS & Junge Uni Innsbruck
09:00 - 12:00 Uhr
Universität Innsbruck, Technik