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EIFEL-Feldexpedition 2009 gemeinsam mit der Europäischen Weltraum Agentur

28. Sept. - 1. Okt 2009

"Declaring Ground Safe"

Ein karges Gebiet mit Tephra (pyroklastischen Ablagerungen), rötlicher, puderartiger Staub bedeckt den Boden, und eine steile Wand erhebt sich direkt davor. Wir befinden uns weder auf dem Mars noch auf dem Mond, aber es ist ein Ort, wo Wissenschaftler und Ingenieure der Europäischen Raumfahrtagentur ESA und Teams von AOES (Advanced Operations And Engineering Services), WLS (White Label Space), TNO (Nederlandse Organisatie voor Toegepast Natuurwetenschappelijk Onderzoek), der französischen Armee und des Österreich. Weltraum Forums einen der vielen Schritte machen, die uns zu anderen Planeten führen. Die Wingertsbergwand in Westdeutschland ist der Ort der Wahl für eine Reihe von Feldtests, die sich sowohl mit robotischen als auch menschlichen Forschungsaktivitäten befassen. Am ersten Tag dreht sich alles um die Inbetriebnahme der Infrastruktur: Errichtung eines Basiscamps, Anwerfen des Stromgenerators und Auswählen des "Landeorts" für den AOES Landesimulator. Dieser ähnelt einer kleineren Version des unteren Teils des Apollo Lunar Landers, ist allerdings mit einer ganzen Reihe von Instrumenten zur Beurteilung von Umweltfaktoren ausgerüstet. "Sobald die Operations-Konsole für den ÖWF Dignity Rover installiert ist, wird das kleine robotische Gerät beauftragt, den Landesimulator zu inspizieren", erklärt Dr. Bernard Foing von der ESA, der die Feld-Expedition leitet. Die Bediener des Rovers müssen mögliche Schäden ausschließen, bevor die Umgebung "betriebsbereit" erklärt werden kann. Dieser Ausdruck bedeutet, dass das Landegerät sicher am Mars angekommen und fähig ist, seine grundlegenden Aufgaben auszuführen. Als nächster Schritt folgt die Suche nach basalthaltigen Steinen, die nicht Teil des vom Eifel-Vulkan vor 13.000 Jahren ausgeworfenen Lava-Gesteins sind. Solche Steine wurden von einem der Geologen des Teams absichtlich im Testfeld platziert. Die Aufgabe eines weiteren Geologen ist es, die Bediener des Rovers entsprechend zu dirigieren, um nach diesen ursprünglichen Bodenproben zu suchen, so wie es eines Tages auf dem roten Planeten geschehen könnte. "Alle Aufgaben wurden dem ursprünglichen Plan entsprechend erfüllt", fasst Gernot Grömer vom ÖWF zusammen, „und wir konnten eine ziemlich beeindruckende Datenmenge bezüglich der Telemetrie und der Zeitabläufe sammeln. Obwohl unsere Dignity-Bilder eine eher niedrige Auflösung haben, waren die Geologen immer noch im Stande, anhand dieser Daten verschiedene Gesteinstypen zu unterscheiden. Eine sehr viel genauere Analyse wurde später mit dem Raman-Spektrometer im "Habitat" von Studenten der französischen Luftwaffen-Akademie durchgeführt.“

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“EVA – ein Ausflug im Weltraumstil“

Montag, 09:30: Ein Team hoch motivierter Ingenieure, Wissenschaftler und Studenten aus ganz Europa trifft sich, um Strategien zu untersuchen, bei denen Menschen und Roboter gemeinsam auf Erkundungstour gehen. Heute ist ein großer Tag für eine indische Prinzessin: Aouda.X, der Stolz des Österreichischen Weltraum Forums, ist ein bestens ausgerüsteter Raumanzug-Simulator für planetare Forschung, der etwa 40 kg wiegt. „Allein das Anziehen dauert fast eine Stunde“, kommentiert Daniel Schildhammer vom ÖWF, während er in den silbernen Anzug schlüpft.

Die Operations-Konsole, für diese Feldtests „Phobos Station“ getauft, empfängt einen permanenten Datenstrom über den physischen Zustand des Analog-Astronauten und seines Gerätes, das ein Hybrid aus einem Raumfahrzeug zum Anziehen und einem tragbaren Computer ist.

Die zweite Hälfte des Testtages ist MECA (Mission Execution Crew Assistant) gewidmet, einem autonomen Assistenz-System, das imstande ist, Astronauten durch ihr Tagesprogramm zu führen indem es Verfahrens-Abläufe bereitstellt, die situative Aufmerksamkeit erhöht und automatisch auf Notfall-Situationen reagieren kann. Zwei Analog-Astronauten, die mit Laptop und einer drahtlosen Kommunikationsmöglichkeit ausgestattet sind, werden im Feld eingesetzt.

Und es gibt einen Überraschungs-Gast: Der Bürgermeister der Stadt Mendig ist gemeinsam mit Amtspersonen der Stadt zur Wintgertsbergwand gekommen, um einen Blick auf die ungewöhnliche Gruppe von Weltraumexperten zu werfen, die sich in seiner Stadt versammelt hat. Er kann einen einsatzfähigen Raumanzug-Simulator beobachten: Daniel inspiziert den Rover in einem Bruchteil der Zeit, die ein Rover dafür brauchen würde, aktiviert das Betriebssystem des WLS-Rovers bzw. des AOES-Landers und nimmt eine Bodenprobe innerhalb von etwa zwei Minuten. Für eine weitere Aufgabe muss Aouda einen kleinen Hügel erklimmen, um die steile Wand der aus Lava-Asche bestehenden Erhebung zu erreichen, an der am Vortag Mineralienjäger nach wertvollen kleinen Edelsteinen gesucht haben.

Schließlich verlassen die Feldforscher das Testgebiet. Um den Tag vorzeitig zu beenden? Nein – die Erklärung ist viel abenteuerlicher! Mendig ist für seine fast 200 künstlich (also von Menschenhand) geschaffenen Höhlen bekannt, die seit dem Mittelalter Zeugnis von der Basalt Bergbau-Industrie ablegen.

Es ist vielleicht nicht der Ort, an dem man eine perfekte Kulisse für eine Mars-Simulation erwarten würde. Aber was wäre, wenn Sie wüssten, dass kürzlich auch auf dem roten Planeten Lava-Höhlen gefunden worden sind? „Das ist wahrscheinlich das erste Mal, dass ein Raumanzug- Simulator in einer so außergewöhnlichen Umgebung getestet wird. Mendig ist nahezu perfekt dafür: Der Zugang zur Höhle erfolgt über einen Lift, und es gibt elektrische Beleuchtung um Probenmuster am Boden auszulegen“, erklärt Gernot Grömer vom Österreichischen Weltraum Forum. „Wir werden uns mit den Herausforderungen auseinandersetzen, die diese Umgebung im Bereich der Navigation und der Telekommunikation mit sich bringt. Man kann zwar viele Tests im Labor machen – aber wenn es darum geht, neues Terrain zu erforschen, dann hat man einfach keine andere Wahl als das Material einem Feldtest zu unterziehen. Dabei lernt man, worauf es ankommt.“ Und das war schließlich der Zweck dieser Expedition.
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Besuch in der Vulkan-Werkstatt

Wer in der Eifel Feldforschung betreibt, kann nicht umhin dem deutschen Vulkanmuseum in Mendig einen Besuch abzustatten, der zu einer Zeitreise in die Erdgeschichte wird. An diversen Versuchs- und Experimentalstationen kann man die Wirkung der Erdkräfte gut praktisch nachvollziehen. Anhand von Modellen wird die Entstehung der berühmten Lava-Höhlen gezeigt. Und natürlich darf auch ein bisschen „Action“ nicht fehlen: In einer computer-animierten Show wird die Geschichte zweier Vulkanausbrüche erzählt. Während der Berg grollt und Lavabrocken umherfliegen, fühlt man unter sich die Erde beben. Das absolute Highlight ist allerdings ein Besuch in den Lava-Höhlen selbst, der von erfahrenen Guides geleitet wird. Über eine schmale Treppe (oder einen Lift) gelangt man über 30 Meter in die Tiefe, wo einst per Hand Mühlsteine abgebaut wurden und später Brauereien ihr Bier lagerten. Ein Erlebnis für die ganze Familie (www.lava-dome.de)

Aouda als Stargast einer TV-Premiere

Am Abend des 29. Sept. wurde Aouda eine besondere Ehre zuteil. Helmut Knoll, Direktor des Lava-Dome, lud das gesamte ÖWF-Team samt Raumanzug zur Premiere des TV-Films „VULKAN“ in die Laacher See Halle ein. Die Besucher zeigten sich überrascht und erfreut von einem Analog-Astronauten persönlich begrüßt zu werden.
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Veranstaltungen

14. April 2010: VHS Vortrag Innsbruck

VHS Innsbruck
Mars - der Rote Planet
Vortrag von Gernot Grömer
Beginn: 20:00 Uhr

15. Mai 2010: Raketen und Planeten

VHS & Junge Uni Innsbruck
09:00 - 12:00 Uhr
Universität Innsbruck, Technik