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Chinesische Roboter erkämpfen sich den Weg zum Mond

05. Dezember 2009

Im Zuge einer Recherche über Entscheidungsprozesse im chinesischen Raumfahrtprogramm bin ich auf ein paar Fotos von chinesischen Moonrovern gestoßen die ich hier zeigen möchte. Diese Fotos sind laut meinem Wissen bisher erst in chinesischen Medien erschienen. Sie sind die ersten Design Entwürfe für Rover die 2013 mit Chang’e-III zum Mond fliegen sollen.

China arbeitete bereits seit den 90er Jahren an Plänen für ein eigenes Mondprogramm. Dieses Programm ist seit einigen Jahren in seiner Exekutionsphase. Es ist in drei Phasen unterteilt: in der ersten Phase werden wichtige Daten über den Mond aus dem Orbit gesammelt. In der zweiten Phase ist eine Landung vorgesehen während man in der dritten Phase auch Bodenproben vom Mond zurück auf die Erde bringen möchte.1 Bis zum jetzigen Zeitpunkt gab es eine erfolgreiche Mission, Chang’e-I.2 Diese Mission blieb in einem Arbeitsorbit von 200km und kartographierte unter anderem die Zusammensetzung der Elemente auf der Mondoberfläche. Die Daten dieser Mission dienten auch der Erstellung eines chinesischen 3D Modells des Mondes. Die Mission endete mit einem Einschlag der Sonde am Mond um Referenzwerte für geplante Mondlandungen zu erhalten. Laut einem Interview einer chinesischen Tageszeitung mit Luan Enjie, dem Leiter des chinesischen Mondprogramms, kostete die Mission jedem Chinesen einen Renminbi. Die Gesamtkosten belaufen sich somit auf ungefähr 1,3 Mrd Renminbi (entspricht ca. € 130 Mio). Während Chang’e-I für 442 Tage im Einsatz war, musste sich die indische Chandrayaan-I aufgrund von technischen Gebrechen nach 10 Monaten geschlagen geben – der Funkkontakt war verloren. Die nächste Mission, Chang’e-II ist laut dem Chef-Designer Ye Peijian für 2010 angesetzt. Chang’e-III soll laut aktuellen Plänen 2013 starten. Während Chang’e-II nur eine verbesserte Variante von Chang’e-I ist, wird Chang’e-III mit einem Rover ausgestattet sein aber noch keine Bodenproben zurück bringen.

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Moon rover der Universität Haerbin

 

Im Bild links zu sehen ist ein Rover von einer der führenden, chinesischen Universitäten auf dem Gebiet der Weltraumforschung. Konzeptuell können wohl einige Ähnlichkeiten mit dem russischen Lunokhod-1 nicht bestritten werden. Auffällig sind die großen Räder und die niedrige Höhe des Roboter Rumpfs. Eine der großen Fragen mit der auch China zu kämpfen hat: Welche Lösungsansätze gibt es für die starken Temperaturunterschiede auf dem Mond?

 

 

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Moon rover der Jiaotong Universität in Shanghai

 

 

 

 

Im Bild links zu sehen ist ein Rover der Jiaotong Universität in Shanghai. Während hier zwar schon ein Ansatz für das Fahrwerk vorhanden ist, stellt sich noch immer die Frage wie dieser Rover die Aufgabe des Temperaturunterschiedes lösen wird. Auch die Frage der Stromversorgung ist bei diesem Modell noch nicht ersichtlich, wird aber in den bald kommenden Prototypen aufgearbeitet werden.

 

 

 

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Sinus Iridium (Bay of Rainbows)

 

 

 

Laut dem Chef-Designer des chinesischen Mondprogramms, Ye Peijian, ist der Beschluss der Landestelle von Chang’e-III und somit dem chinesischen Mondrover auf Sinus Iridum gefallen. Links ist ein Bild der angegebenen Stelle. Man erkennt die daraus resultierenden Schwierigkeiten in Punkto Navigation für den Rover. Ein weiteres Ziel der Mission sind geologische Analysen. Dementsprechende Instrumente sind also noch am Rover zu installieren.

 

 

 

 

Institutionelle Organisation

In China gibt es drei wichtige Institute die bisher an Weltraumforschung beteiligt waren. Dies sind das Technische Institut der Universität Haerbin, weiters die Universität für Luft- und Raumfahrttechnik in Peking (Beihang) sowie die Technische Universität in Nanjing. All diese Universitäten sind sehr stark in die Forschung eingebunden und liefern bedeutende Prototypen für kommende Mondmissionen. Während es mittlerweile auch Forschung am Moon rover an der Fudan Universität in Shanghai und an der Tsinghua Universität in Peking gibt, hat in der Vergangenheit meist ein Team der ersten drei Universitäten bei wichtigen Projekten mitgemischt. Zurzeit arbeiten insgesamt 7 teams an Modellen für einen chinesischen Moon rover und das beste Team wird starten. Diese Teams erhalten keine festen Verträge sondern arbeiten zuerst großteils aufgrund von Image und der Hoffnung, schlussendlich bei der Mission dabei sein zu dürfen.

Möglichkeiten

Die verwendeten Informationen sind frei im Internet verfügbar (auf Chinesisch). Dies ist ein weiterer Beweis dafür, wie früher bereits angeführt (in: How does Chinas space program fit its development plans?), dass Informationen über das chinesische Weltraumprogramm, bis auf militärische Projekte wie Beidou, leicht zugänglich sind. Weitere Einblicke in die Organisation des chinesischen Weltraumprogramms lassen sich durch Analyse relevanter chinesischer Quellen gewinnen. Wissen über den Prozess der Entscheidungsfindungen im chinesischen Weltraumprogramm könnte bei Verhandlungen nützlich sein. Details über den Bau der chinesischen Raumstation werden Auswirkungen auf die ISS haben, fragt sich nur welche genau. Welche anderen Analysen von Teilaspekten des chinesischen Raumfahrtprogramms hätten einen positiven Einfluss auf laufende und zukünftige Projekte?), dass Informationen über das chinesische Weltraumprogramm, bis auf militärische Projekte wie Beidou, leicht zugänglich sind. Weitere Einblicke in die Organisation des chinesischen Weltraumprogramms lassen sich durch Analyse relevanter chinesischer Quellen gewinnen. Wissen über den Prozess der Entscheidungsfindungen im chinesischen Weltraumprogramm könnte bei Verhandlungen nützlich sein. Details über den Bau der chinesischen Raumstation werden Auswirkungen auf die ISS haben, fragt sich nur welche genau. Welche anderen Analysen von Teilaspekten des chinesischen Raumfahrtprogramms hätten einen positiven Einfluss auf laufende und zukünftige Projekte?


1 The significance of Chinas Lunar Exploration Program, China Aerospace, November 2007, Seite 55

2 Change ist der Name einer chinesischen Fee die am Mond lebt.

Veranstaltungen

18. Feb. 2012: ÖWF Generalversammlung

Das Österreichische Weltraum Forum lädt zur 7. ordentlichen Generalversammlung am

18. Februar 2012, 17:00 im Suitlab des Österreichischen Weltraum Forums, Technikerstr. 21a, 6020 Innsbruck (ICT Gebäude) Generalversammlung am

ein. Dieses Jahr wird diese Sitzung aufgrund der Projektarbeiten von PolAres im kleinen Rahmen abgehalten, d.h. wir möchten ausdrücklich auf die Möglichkeit einer Teilnahme via Skype bzw auf die Möglichkeit von Stimmvertretungen (in Form einer schriftlichen Stimmübertragung an ein anwesendes stimmberechtigtes Mitglied) hinweisen. Generalversammlung am

Tagesordnung:

  1. Eröffnung durch den Obmann und Feststellung der Beschlussfähigkeit
  2. Entgegennahme und Genehmigung des Rechenschaftsberichtes und des Rechnungsabschlusses
  3. Entlastung des Vorstandes und Neuwahl des Vorstandes sowie der Rechnungsprüfer
  4. Allfälliges
17-19. Februar 2012 - Integrationsworkshop ÖWF Innsbruck

Integrationsworkshop zur Vorbereitung des Dachstein Feldtestes im Suitlab Laboratory Innsbruck

22. Feb. 2012: Zukunftsfragen der Erde - Lösungen aus dem All

Der Weltraum ist zu unserem Zukunftsraum geworden. Weltraumtechnologien ermöglichen neue Lösungen für gesellschaftliche Herausforderungen unserer Zeit: von der nachhaltigen Landnutzung bis zur intelligenten Verkehrslenkung. Mit dem Satellitennavigationssystem Galileo startet Europa einen neuen Innovationszyklus mit einer Vielzahl potenzieller Anwendungen, die unseren Alltag verändern werden. Österreich partizipiert an diesen Entwicklungen und treibt sie selbst voran, etwa durch seine ersten beiden Satelliten, die demnächst in die Umlaufbahn geschickt werden.

WANN: 22. Februar 2012 18 Uhr
WO: Ovalhalle im MuseumsQuartier, Museumsplatz 1/5, 1070 Wien

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15. März. 2012 - "Expedition Mars"

Gernot Grömer im Planetaium Stuttgart - Multimediavortrag mit Gernot Grömer rund um die Forschungsaktivitäten des ÖWF.

Wann: 15. März 2012
Wo: Planetarium Stuttgart

20. März 2012 - Junge Uni Innsbruck "Multi-Culti" - Raketenbastelworkshop

Von  15 bis 17 Uhr heißt es für Kinder wieder, das Weltall mit selbst gebauten Raketen zu erkunden.

12. April 2012: Yuri's Night & Polarstern-Preis Verleihung

Wie jedes Jahr feiern wir am 12. April den Erstflug von Yuri Gagarin. 2012 wird die Yuris Night im Naturhistorischen Museum in Wien stattfinden. Auch der Polarsternpreis 2012 wird im Rahmen der Veranstaltung verliehen.

Wann: 12. April 2012, 18 Uhr
Wo: Naturhistorisches Museum Wien
 

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24.Jun-02. Jul: European Space Camp 2012

Die Europäische Weltraumorganisation ESA sucht und finanziert TeilnehmerInnen für das European Space Camp 2012.

Das European Space Camp auf der nordnorwegischen Raketenbasis Andoya lädt Jugendliche im Alter zwischen 17 und 20 Jahren vom 24. Juni bis 2. Juli 2012 zur Teilnahme am Raketenstarten im Rahmen des European Space Camp 2012 ein.

Die Bewerbungsfrist läuft bis 1. April 2012.

SpaceCamp Webseite

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